Donnerstag, 8. Mai 2014

Die perfekte Tarnung für den Altar!

Aloha,

heute hab ich mir mal meinen Altar vorgeknöpft... In letzter Zeit komm ich kaum noch aus dem Knick. Der allerletzte Schritt im Studium steht an, aber für den Endspurt fehlt einfach die Energie, drum fühl ich mich, als würde ich die letzten Meter quasi kriechend zurücklegen. Als ich mir dann so meinen alten Altar ansah, hat der das super symbolisiert:
 
Mein "Kraftaltar", den ich im Winter zusammengestellt hab.


Damals brauchte ich ein bisschen Kraft im Sinne von Stabilität. Nun sieht es für mich aus, als hätt ich nur Steine im Weg liegen! Also hab ich zunächst nicht nur den Altar, sondern auch meinen danebenstehenden Schreibtisch entrümpelt, zwei neue Pflanzen besorgt, mir (als Motivation) eine Statue der Göttin Athena und eine Pulle Baileys auf den Schreibtisch gestellt (die geöffnet wird, sobald die Diplomarbeit fertig ist) und als letztes nun auch den Altar neu gestaltet mit Muscheln und abgeschliffenen Glasstücken, die für das Wasser, also den Fluss stehen (der mich hoffentlich bald mitreißt). Außerdem eine Kordel, die ich auch mal am Strand gefunden habe als Symbol für das Losreißen vom alten. Außerdem mal was frisches grünes, ein Bild vom Sonnenaufgang auf meinem Lieblingsberg + ein Mandala für Energie. In der Holzkiste sind übrigens immer weitere, kleine Sachen wie Kräuter, Steine, Runen usw., die den eigentlichen "Zauber" ausmachen, für den ich den Altar gestaltet habe. Ich hab es lieber, wenn sie da in Ruhe im Dunkeln liegen und wirken können...
 
Wie Feri ihren Altar nun vor Freunds Familie tarnt
 
Dazu gibt es 3 Strategien:
  • Ich mag meinen Altar simpel (verdächtiges Zeug lagert in der kleinen Holzkiste), außerdem stehen überall in unserer Wohnung Götterfiguren, Zeug aus der Natur usw. "zur Deko" (*hust*) herum.
  • Der Altar steht auf dem Dachboden, auf den Leute ab 40 nicht mehr hochkommen, ohne sich die Hüfte auszurenken...
  •  Ich habe einen viel größeren Pseudo-Altar direkt um die Ecke, der die Aufmerksamkeit von dem kleinen ablenkt: 
Eigentlich nur zur Deko und zum Entspannen beim Yoga gedachter Tisch.
Freunds Bruder hat inzwischen mehrmals bei uns übernachtet (Gästebett steht direkt gegenüber von dem dicken Yoga-Pseudo-Altar). Ich glaube, das geht noch als Raumdekoration durch. Nun gut, die Eltern denken sich, zumindest was mich angeht, prinzipiell ihren Teil, den sie nie offen äußern würden, aber ich denke sein Bruder würde, wenn er was ahnen würde, zumindest fragen, ob ich den Buddhismus mag oder ähnliches.
 
Ergebnis: es wurde bislang weder ein Exorzismus durchgeführt oder Freund zu einer Diskussion genötigt, noch fühlte man sich allerdings ambitioniert, nach unserem Einzug haufenweise Heiligenbildchen und Kruzifixe in jede Ecke zu nageln (wie es in Polen für so ziemlich jede Behausung absolut charakteristisch ist und auch in der neuen Wohnung von Freunds Bruder als quasi Familienritual gemacht wurde, vollkommen ungeachtet ästhetischer Aspekte und Harmonie mit der sonstigen Raumeinrichtung). Ich bilde mir also ein: die Altare sind zwar nicht allzu suspekt, hinterlassen aber wohl die Impression, dass wir keine Madonnenbildchen mehr brauchen.
 
Ich glaube, bislang hat nichtmal Freund bemerkt, welche Sachen bei uns eigentlich "aufgeladen" sind und welche nur zur Deko dastehen...

 

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