Montag, 1. Dezember 2014

Nun im Eldaring...

Aloha!

Nun ist es doch geschehen: nachdem ich 30 Jahre lang Krams wie Taufen, Initiationen oder ähnliches erfolgreich vermieden habe, bin ich nun Mitglied des Eldarings*. Der Verein beschäftigt sich mit Germanischem Neuheidentum und ist dabei sehr tolerant eingestellt. Sowohl was Nationalität und mögliche weitere Religionszugehörigkeiten betrifft als auch, wie der einzelne das nun genau interpretiert und lebt.
Da es nur rudimentäre historische Quellen gibt und die Praxis darauf aufbauend quasi neu entwickelt werden muss, gibt es kein wirkliches richtig oder falsch (höchstens "etwas sehr weit hergeholt"). Genau deswegen passt der Eldaring so hervorragend zu mir: Grundbausteine sind da, man kann gemeinsam daraus etwas bauen, sich nur von anderen inspirieren lassen oder etwas ganz eigenes erschaffen.

...Freyjas Schrein wurde bei der Gelegenheit auch gleich mal umgestaltet...
Den kitschigen Bilderrahmen wollte übrigens sie, ich hatte da eigentlich was anderes im Auge ;)

Weil ich nun nicht einfach so das Formular ausfüllen und einwerfen wollte, hab ich mir einen schönen Fruchtpunsch warmgemacht und über das "Trosbekendelse" meditiert, das die dänische Asatru-Gruppe Forn Siðr entworfen hat und das sehr schön vom Eldaring übersetzt wurde:

Treu will ich sein allen Asen und Wanen
und allen Wesen der Erde mit Würde begegnen.
Ich vertrau‘ auf mich selbst und der Vorfahren Weisung
und werd‘ huldigen den Hohen zur heiligen Zeit.
Ich schulde mein Schicksal den spinnenden Nornen,
doch bestimme ich selbst wie ich nehm‘ mein Geschick.
Standhaft in Notzeit – gelassen in Frohzeit:
Wie mein Schicksal ich nehme bestimmt meinen Ruhm.
Der Götter Gestalt kann kein Mensch erschaun,
so schaffen wir Bilder nach unsrem Gesicht.
Wir sehen dasselbe, doch wir sehen‘s verschieden,
und keiner kann sagen, die Wahrheit sei sein.

(Aus dem Ritualbuch des Eldaring, die jeweils aktuelle Fassung könnt ihr hier kostenlos downlaoden)

Schön, oder? Und sogar für mich als Atheist höchst kompatibel.
Jetzt riecht der Dachboden nach Fruchtpunsch und Moos und ich bin hundemüde und glücklich

* (zumindest sobald mein Brief ankam und die fleißigen Helfer die Bürokratie bewältigt haben...)

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