Freitag, 24. Oktober 2014

Besondere Plätze in Irland: Der Grange Stone Circle

Aloha!

Auf ein paar Teile unserer Irlandreise wollte ich noch etwas näher eingehen. Freund und ich sind ja wild durchs Land gefahren - erst hatte er sich noch beschwert, dass ich ja nur Steine als Ziele herausgesucht habe (stehende Steine, gestapelte Steine, Steine im Kreis, Steine mit Grabhügel drauf, Steine aus denen ein Ringfort oder ein Castle gebaut wurde...). Nach dem Steinkreis und dem zweiten Dolmen wurde er dann plötzlich selbst ein riesen Fan von Steinen...

Die für mich beeindruckendsten "Steine" stelle ich jetzt nach und nach vor, den Anfang macht der Grange Stone Circle nahe dem Lough Gur. Es ist mit 48 m Durchmesser der größte Steinkreis Irlands und (nach Stonehenge) der zweitgrößte Europas.

Stein an Stein...
Gebaut wurde er vor etwa 3100 Jahren aus 113 Steinen, die - für mich etwas unerwartet - dicht an dicht stehen. Hinter den Steinen umgibt noch ein mehrere Meter breiter Wall den Steinkreis. Der Eingang zum Kreis im Osten ist von einigen Steinen flankiert und hat zwei große Steine als "Tor". Der nördliche davon ist inzwischen gespalten. Zu Lughnasadh scheinen die ersten Lichtstrahlen der Sonne genau entlang dieses Pfades in den Kreis hinein.
 
Eingang zum Kreis.
Der gespaltene Stein am Eingang.
Bei Ausgrabungen innerhalb des Steinkreises wurden diverse Tonscherben, Bronzegegenstände, Knochen und ein Pfostenloch direkt im Mittelpunkt gefunden, in dem vermutlich eine Markierung des Kreiszentrums steckte.
Freund knuddelt den Rannach Cruim Duibh, links daneben das grain child.
Der größte der Steine, Rannach Cruim Duibh (links auf dem Bild) liegt etwas nörlich dieses Eingangs und ist angeblich 2,8 m hoch (ein Größenvergleich mit Freund kommt hin). Der Kreis wurde so angelegt, dass die aufgehende Sonne am Tag der Sommersonnenwende so aussieht, als liege sie auf diesem Stein. Aufgrund des Namens des Steins und der Verknüpfung mit der Sonne vermutet man, dass der Steinkreis kultische Bedeutung bei der Verehrung des Fruchtbarkeits-/Korngottes Crom Cruach bzw. der daraus entstandenen Sagengestalt Cruim Duibh hatte. Passt ja auch wieder zu Lughnasadh.

Laut einer Fremdenverkehrsdame im nahegelegenen  Visitor Center des Lough Gur kann man die positive Energie spüren, wenn man Hände und Kopf gegen den Stein legt. Bei uns fing es leider ziemlich genau in dem Moment an zu regnen...
Direkt links davon stehen einige kleinere, gestapelte Steine. Die stechen schon etwas heraus im Kreis, der ansonsten nur aus einzelnen Brocken besteht. Man sagt, dies repräsentiere das "grain child", also möglicherweise gestapelte Brote.
Inzwischen sind einige Bäume zwischen/um/auf den Steinen gewachsen. An einigen davon findet man Hinterlassenschaften der Besucher.

Das Innere des Kreises wird vom Bauern, dem das Grundstück gehört, offenbar freigehalten, denn da wächst nur Gras. Diverse Kuhfladen legen allerdings den Schluss nahe, dass der Kreis von ihm auch ganz profan als Weidefläche genutzt wird. Für den Erhalt der Zäune hat er eine freiwillige Spendenbox aufgestellt.
An einem Baum im Westen des Kreises.
Kleine Gaben, darunter auch ein Brezelanhänger und ein Häkelhaken...
Auf dem Stein neben dem "grain child" haben viele Besucher Münzen aus aller Welt, Schmuck, kleine Figuren und andere persönliche Dinge abgelegt. Merkwürdigerweise waren auch viele christliche Symboliken darunter... Ich habe auch etwas zurückgelassen, Freund hat an der Spendenbox für uns beide einen Obolus abgegeben. Und man staune: nach den regnerischen ersten Tagen in Irland und dem Platzregen, der losging kurz nachdem wir zum Grange Stone Circle kamen, hatten wir plötzlich verdächtig schönes Bombenwetter - für den Rest des Urlaubs!
Einzig ein Schauer kam noch, aber da saßen wir ohnehin im Auto und bekamen einen wunderschönen Regenbogen. Danke, lieber Crom Cruach!

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